Wie werden aus innovativen Ideen im Gesundheitswesen konkrete Lösungen für die Praxis? Mit dem europäischen Projekt THRIVE baut die FH Salzburg gemeinsam mit Partnern aus ganz Europa neue Strukturen auf, die Studierende, Forschende und Gesundheitsorganisationen dabei unterstützen, Innovationen gezielt weiterzuentwickeln. Für das Department Gesundheitswissenschaften eröffnet das Projekt neue Möglichkeiten in Forschung, Lehre und internationaler Zusammenarbeit.

Im europäischen Projekt THRIVE (Transforming Healthcare Research into Validated Solutions through Alliance-KIC Cooperation), unter der Leitung der International University of Catalonia, arbeiten zehn Hochschulen aus neun Ländern der Europäischen Hochschulallianz EduCare 5.0 gemeinsam daran, Gesundheitsinnovationen schneller in die Praxis zu bringen. Als einzige Hochschule in Österreich ist die FH Salzburg beteiligt, mit dem Ziel, die internationale Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich nachhaltig zu stärken.

FH-Rektor Dominik Engel:
„Die Beteiligung an der Europäischen Hochschulallianz EduCare 5.0 und die Auszeichnung mit dem Seal of Excellence haben wichtige Grundlagen für die internationale Vernetzung der FH Salzburg geschaffen. Darauf können wir nun aufbauen und langfristige Kooperationen mit Hochschulen, Unternehmen und Gesundheitseinrichtungen, sowohl regional als auch europaweit, stärken. Gleichzeitig bauen wir die Rolle des Departments Gesundheitswissenschaften als Innovationspartner für die Gesundheitsversorgung der Zukunft in Forschung, Lehre und Praxis weiter aus.“
Von der Idee zur Innovation
Gute Ideen scheitern im Gesundheitswesen häufig nicht an ihrer Qualität, sondern an fehlenden Strukturen zur Weiterentwicklung. Genau hier setzt THRIVE an. Das Projekt unterstützt Studierende, Forschende und Gesundheitsfachkräfte dabei, innovative Ansätze systematisch zu prüfen, weiterzuentwickeln und bis zur praktischen Anwendung oder zur Gründung eines Start-ups voranzutreiben.
„Im Gesundheitswesen gibt es enormes Innovationspotenzial. THRIVE soll eine dauerhafte Innovationsinfrastruktur schaffen, die Menschen dabei unterstützt, aus Ideen tragfähige Innovationen oder sogar Unternehmensgründungen zu entwickeln. Damit aus den vielen guten Ansätzen konkrete Lösungen für die Praxis werden, was gerade im hochregulierten Gesundheitsbereich eine große Herausforderung ist“, erklärt Projektleiterin Geja Oostingh, Departmentleiterin Gesundheitswissenschaften an der FH Salzburg.
Von der Validierung zur Marktreife
Im Rahmen des Projekts ist die FH Salzburg für die Entwicklung eines Validierungstools verantwortlich, das innovative Ideen im Gesundheitsbereich systematisch bewertet und deren Weiterentwicklung unterstützt. Ziel ist es, den Weg von der ersten Idee bis zur marktreifen Innovation nachvollziehbar und strukturiert zu gestalten. Das Tool soll zum Beispiel dabei helfen, das Innovationspotenzial einer Idee, ihre praktische Anwendbarkeit oder die regulatorischen Anforderungen zu prüfen. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Digitalisierung, die im Gesundheitssystem großes Potenzial hat, die steigenden Herausforderungen zu bewältigen und Mitarbeitende zu unterstützen.
THRIVE baut auf den Erfahrungen des Vorgängerprojekts DigiCare Innovation auf, an dem die FH Salzburg ebenfalls beteiligt war. Dort wurden bereits wichtige Grundlagen für Entrepreneurship und Wissenstransfer im Gesundheitsbereich geschaffen und erste Kooperationen mit Praxispartnern aufgebaut. So können beispielsweise junge Unternehmen ihre Lösungen gemeinsam mit Einrichtungen des Gesundheitsbereichs in realen Anwendungsfeldern testen.
Von der Forschung in die Lehre
Neben Forschung und Innovation spielt auch die Lehre eine zentrale Rolle. THRIVE soll Studierende im Gesundheitswesen frühzeitig für Themen wie Innovation, Digitalisierung und Entrepreneurship sensibilisieren und ihnen die notwendigen Kompetenzen vermitteln, um eigene Projekte umzusetzen. Geplant sind unter anderem neue Lehrformate zu Innovation und Entrepreneurship, Mentoring-Programme, internationale Trainings und Workshops sowie erweiterte Austauschformate innerhalb des europäischen Hochschulnetzwerks. Entsprechende Inhalte werden bei der Überarbeitung der Curricula der Gesundheitsstudiengänge berücksichtigt. Dies ist bereits der Fall mit Ergebnissen aus dem Vorgängerprojekt DigiCare Innovation, die derzeit in die Lehre integriert werden.
Über THRIVE
THRIVE (Transforming Healthcare Research into Validated Solutions through Alliance-KIC Cooperation) ist ein von der EIT Higher Education Initiative gefördertes europäisches Kooperationsprojekt. Von insgesamt 138 eingereichten Projektanträgen wurden europaweit lediglich 35 Projekte zur Förderung ausgewählt. Das internationale Konsortium erhält für die zweijährige Projektlaufzeit eine Förderung von rund zwei Millionen Euro. Ziel des Projekts ist der Aufbau nachhaltiger Innovations- und Validierungsstrukturen für Gesundheitsinnovationen innerhalb der Europäischen Hochschulallianz EduCare 5.0. THRIVE vernetzt Hochschulen, Unternehmen und Gesundheitseinrichtungen aus neun europäischen Ländern und stärkt die enge Zusammenarbeit zwischen Lehre, Forschung und Innovation.
Über EduCare 5.0
EduCare 5.0 ist eine Europäische Hochschulallianz mit zehn Hochschulen aus Deutschland, Spanien, Finnland, Portugal, Polen, Rumänien, Tschechien, Litauen und Österreich. Gemeinsam verfolgen die Partner das Ziel, Bildung, Forschung und Innovation noch stärker miteinander zu verknüpfen und innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln. Die Allianz konzentriert sich auf die Themen Gesundheit, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und soziale Inklusion. Studierende, Forschende, Lehrende und Praxispartner arbeiten dabei über Länder- und Fachgrenzen hinweg zusammen, um neue Ansätze für Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität in Europa zu entwickeln.

